Zuchtziele

Ich bin seit 2001 Mitglied im Internationalen Klub für Tibetische Hunderassen e.V. (KTR) und 2011 dem Club für Britische Hütehunde e.V. und 2015 dem Bearded Collie Club (BCCD) beigetreten. Alle drei Clubs sind dem VDH angeschlossen.

2003 habe ich den Zuchtstättennamen Anamalai FCI-weit schützen lassen, habe unter diesem Namen jedoch noch keinen Wurf gehabt. Meine Tibet Terrier Hündin Den-ja, die 2003 geboren wurde, trägt bisher als einzige den Namen Anamalai als Namenszusatz.

Beide Rassen, sowohl die Tibet Terrier als auch die Bearded Collies, liegen mir sehr am Herzen. Bei beiden Rassen gibt es ähnliche Probleme und extreme Richtungen in der Zucht, die ich mit großer Besorgnis beobachte. Mein Zuchtziel ist daher, den Extremen entgegenzusteuern und Hunde zu züchten, die den goldenen Mittelweg gehen. Ich lege Wert darauf, die Ursprünglichkeit und Natürlichkeit der Hunde zu fördern, möchte aber gleichzeitig ihre Alltagstauglichkeit im Blick behalten. So möchte ich mit meiner Zucht Hunde mit einem überschaubaren Fellpflegeaufwand hervorbringen. Vom Temperament her wünsche ich mir zwar lebhafte und aktive Hunde, sie sollten aber nicht von ihrem Besitzer verlangen, sich nun Schafe anschaffen zu müssen, um den Hütetrieb des Verbeiners zu befriedigen. Sicher wird der ein oder andere Vierbeiner dabei sein, für den das Hüten die Erfüllung ist. Mein Ziel sind jedoch auch Hunde, die beispielsweise in der Therapie einsetzbar sind oder die mit Agility und DogDancing im Alltag zufrieden und glücklich sind.

Mit meiner Bearded Collie Hündin Kayley of Sunnyboy's Fun habe ich den Grundstein für mein Zuchtziel gelegt. Sie stammt von den Sunnyboy's Fun von Gunda Inndorf in der Lüneburger Heide ab. Ihre Mutter Haika ist eher dem Typ Arbeitsbeardie zuzuordnen, sie hat ein kürzeres, harsches Fell und ist eine sehr aktive Hündin. Kayleys Vater ist Henry von der Hummelwiese, er ist eher dem Show-Typ zuzuordnen. Er bringt zwar das etwas längere und üppigere Fell mit, hat aber dafür ein ruhigeres Wesen. Kayley ist eine gelungene Mischung aus beiden Elterntieren. Sie hat zwar etwas längeres Fell als ihre Mutter, ist aber dennoch sehr pflegeleicht, da das Fell harsch ist und keine übermäßige Unterwolle hat. Es lässt sich ohne Pflegemittel und Kämmhilfen problemlos durchkämmen. Vom Temperament her ist Kayley zwar auch aktiv, aber längst kein Arbeitsbeardie. Sie hat ein eher moderates Temperament. Sie ist mit den im Alltag integrierbaren täglichen Spaziergängen im Wald oder an der Elbe zufriedenzustellen, liebt den Kontakt zu anderen Hunden und ist in der Wohnung zufrieden und ruhig. Somit erfüllt sie für mich die Kriterien, die mir für mein Zuchtziel wichtig sind: ursprünglich, natürlich und alltagstauglich.

Wichtig ist mir bei meinen züchterischen Ambitionen, die genetische Vielfalt zu fördern. So bin ich bestrebt, keine engen Verpaarungen zu machen, sondern meine Zucht durch einen Outcross zu bereichern. Ich nehme damit gern in Kauf, keine homogenen Würfe zu erhalten, sondern freue mich auf möglicherweise unheitliche, aber individuelle Überraschungspakete in der Wurfkiste. Damit folge ich den Anfängen in der Bearded Collie Zucht, als die Schäfe die Hunde auf Aspekte ihrer Verwendung als Hütehunde und nicht auf das äußere Erscheinungsbild hin selektiert haben. Genau diesen Ansatz möchte ich in meiner Zucht auch verfolgen - angepasst an die heutige Verwendung der Rasse, also nicht primär auf das Hüten von Schafen, sondern wie bereits erwähnt auf die Verwendung als Familienhund, im Therapieeinsatz, bei Freizeitvergnügen wie Agility und DogDancing. Wichtig ist, dass der Hund zusammen mit dem jeweiligen Halter ein Team bildet und beide mit den den Bedürfnissen des Hundes und des Menschen angemessenen gemeinsamen Unternehmungen glücklich werden.

Selbstverständlich sind mir auch die gesundheitlichen Aspekte in der Zucht sehr wichtig. Auch aus diesem Grunde sind enge Verpaarungen für mich keine Option. In den Anfängen der Bearded Collie Zucht waren diese unvermeidbar, da der Ursprung der Rasse auf einige wenige Hunde zurückgeht. Doch heute ist die Zuchtbasis sehr viel größer, sodass meiner Ansicht nach nicht auf nahe verwandte Hunde zurückgegriffen werden muss. Das Risiko für gesundheitliche Probleme bei solchen Verpaarungen ist nicht unerheblich und rechtfertigt für mich persönlich das Ziel einer einheitlichen Linie mit hohem Wiedererkennungswert nicht. Bei Hunden allgemein, egal ob Rassehund oder Mischling, ist verstärkt von Autoimmunerkrankungen die Rede. Ich vertrete daher die Ansicht, Impfungen, Zecken-, Floh- und Wurmprophylaxe nach dem Motto zu verabreichen, so viel wie nötig und so wenig wie möglich, denn diese chemischen Mittel können derartige Erkrankungen fördern bzw. als Auslöser fungieren. Sie sind allein jedoch dafür nicht verantwortlich. Bei Morbus Addison z. B. wird angenommen, dass zusätzlich ein erkranktes Hauptgen vorliegen muss, damit die Krankheit ausbricht. Ob diese Krankheit ohne genetische Beteiligung auftritt, ist bisher ungeklärt, da ein entsprechender Gentest noch nicht entwickelt wurde. Es bleibt ein ständiges Bemühen, gesunde Hunde in der Zucht hervorzubringen, doch eine Garantie gibt es leider nicht, denn die Natur geht mitunter ihre eigenen Wege.

 

Außerdem möchte ich das gesamte Spektrum des Rassestandards ausschöpfen und Beardies mit wenig oder sogar ohne weiß fördern und dazu beitragen, dass auch sie als standardgemäße typvolle Rassevertreter wahrgenommen werden und der Auge des Betrachters sich an ihren Anblick "gewöhnt".

Da die Rasse des Bearded Collies von jeher Vertreter mit kurzem als auch langem Fell hervorgebracht hat, möchte ich auf eher kürzeres Fell in meiner Zucht selektieren. Denn auch ein Beardie mit tendenziell etwas kürzerem Fell ist immer noch ein Langhaarhund.